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Ein Schmetterling in Madagaskar DRINGEND GESUCHT LEITUNGSTEAM 2008 |
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Ein Schmetterling in Madagaskar Im Frühling entdeckte ich im Internet die Reise von Pro Cap nach Madagaskar. Das Programm, eine Mischung aus Abenteuer, Kultur und Natur weckte in mir die Lust zum Reisen. Und ich dachte, warum nicht! Nachdem ich mit meiner Hausärztin die Reise besprochen habe und sie mir grünes Licht gab, füllte ich den Anmeldebogen aus. Gespannt wartete ich darauf ob ich trotz meinen Handicaps mitfahren darf. Bald war es soweit und es gab ein Vorbereitungstreffen in Olten. Meine grösste Sorge waren die Wanderungen, ob ich da wohl mithalten kann? Meine Motorik (Gehfähigkeit) ist nicht voraussehbar. In Olten merkte ich, dass die anderen Teilnehmer genau die gleichen Bedenken, wegen den Wanderungen hatten. Das Treffen war sehr wichtig für mich, Fragen wurden beantwortet und ich konnte mir ein besseres Bild vom Ablauf der Reise machen. Am 2. September trafen wir uns am Flughafen Zürich. Die Flüge und der Transit in Paris waren vorbereitet. Trotzdem gab es in Paris Probleme mit dem Transport der Rollstühle. Dank unserem Reiseleiter, Denis Vallan, haben wir alle das Chaos in Paris überstanden und sind pünktlich nach Tana abgeflogen. Kaum angekommen fuhren wir auch schon mitten durch Madagaskar. Die Reisetage vergingen schnell, ein Erlebnis reihte sich an das Andere, wie die Perlen einer Kette. Betsileodorf Eigentlich hatte ich gedacht, Madagaskar sei ein tropisches Land, (=heiss und feucht) und war überrascht, wie kalt es im Hochland werden konnte. Das Haus im Betsileodorf war ungeheizt, ohne Strom und kein fliessendes Wasser. Aber die Bewirtung war herzlich, dass Essen gut und ich hatte doch noch einige warme Kleider im Koffer. Das Bett war sogar sehr gut und dank einer Chemietoilette musste ich nachts nicht die steile Holztreppe hinunter steigen. Das ganze Dorf schaute zu als wir ankamen und der Treckingrollstuhl für Erich zu¬sammen- gesetzt wurde. Wir unternahmen die ersten Ausflüge, sahen ein Spital, eine Bäckerei und was sonst noch zu einem Dorf gehört. Da ich nicht lange stehen kann, war ich froh über die Stühle, die von der Reiseleitung mitgetragen wurden. Ich merkte bald, dass mir vor allem das „stop and go“ Probleme bereitete. Isalo Nationalpark/Piscine Naturelle Nach einer langen Fahrt durch das Dornenland, einer kargen Landschaft voll Gras und Zebus, trafen wir in Tulear ein. Das NGO Projekt, Kochen mit Sonnenenergie hat mich sehr beeindruckt und ich hoffe dass möglichst viele Menschen mit den Kochkisten kochen und backen, damit der restliche Wald in Madagaskar erhalten bleibt. Ich werde das Projekt im Internet weiter verfolgen. Lemuren und andere Tiere In Andasibe wohnten wir mitten im Regenwald. Hier war es tropisch mit üppigem Grün, so stelle ich mir den tropischen Regenwald vor! Aber auch hier war es nachts kälter als erwartet. Morgens stand ich früh auf um mich im Restaurant an einer Tasse Tee zu wärmen. Geweckt wurde man durch die unverwechselbaren Schreie der Indris (grosse Lemuren). Es gab spannende Exkursionen in die Umgebung mit Lemuren, Fröschen und Chamäleons. Besonders in Erinnerung bleibt mir die Nachtexkursion im Regen, wo wir einen Mausmaki, junge Chamäleons und kleine Frösche sahen. Marontsetra In Marontsetra kamen dann die warmen tropischen Nächte und tropischer Regen. Das Hotel war sehr komfortabel aber wir wollten weiter nach auf die Halbinsel Masoala. Da es am anderen Tag sehr stürmisch war und ein Gruppenmitglied krank war, blieb ein Teil der Gruppe noch einen weiteren Tag in Marontsetra. Der Weg nach Ambodiforaha war lange: - laufen - Flussschiff – Motorboot. Endlich nach etlichem Geschaukel, tauchte die Halbinsel Masoala vor uns auf. Da war es also, das letzte grosse Stück Regenwald von Madagaskar, die Wolken krochen die Hügel hinunter und legten einen sanften Schleier um die Halbinsel. Masoala Ja jetzt stand ich mitten im Regenwald und es reg¬nete. Die Tage in Masoala waren nass und feucht, feucht und nass. Sonne und Regen wechselten einander ab. Nach der ersten Exkursion liess ich die Regenjacke in der Hütte, nass wurde ich so oder so. Ohne Regenjacke vom Regen, mit Regenjacke vom Schwitzen. Die Lemuren waren eher scheu, aber es krabbelten viele kleine Tiere herum: Krabben am Strand, bissige Ameisen auf dem Weg, flinke Geckos an den Wänden meiner Hütte und dann war da noch eine riesige Spinne in meinem Zimmer! War ich froh, dass ich in der Nacht von einem Moskitonetz beschützt wurde! Zwei Frauen bekochten und bedienten uns. Das Essen war besser als in manchen Luxushotels. Strom gab es nur abends ca. 1 bis 2 Stunden. Hier, aber auch in anderen Hotels war ich sehr froh um die Stirnlampe. Der Wald, die vielen Pflanzen und der schöne Strand gefielen mir gut. Noch nie zuvor hatte ich so grosse Luftwurzeln und Baumfarne gesehen. Leider gelang es uns nie, das berühmte Aye Aye (Fingertier) zu sehen. Abschied
Gedanken Ich bin 41 Jahre alt, meine Handicaps sind Parkinsonsymptomatik, Sonne und Medikamente. Dank der einer Sonnencreme mit Schutzfaktor 50, guter Bekleidung und Hut bei den Wanderungen hatte ich keine Probleme mit der Haut. Ab und zu war es ganz schön anstrengend. Es gab aber immer die Möglichkeit eine Pause einzulegen, Hilfe anzunehmen und man musste nicht alles mitmachen. Jeder war für sich selbst verantwortlich. Denis Vallan und Kathrin Käch sind ein gutes Team und haben die Reise hervorragend geleitet. Denis Vallan gab sein grosses Wissen über Madagaskar an uns weiter mit viel Details und Humor. Mit ihm konnte man hinter die Kulissen (Blätter und Bäume) schauen. Ich bin einige Jahre lang aus gesundheitlichen Gründen nicht gereist und dies ist meine erste Pro Cap Reise. Für mich war es eine sehr schöne Reise und ich werde noch lange davon erzählen. Monika Schütze |
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