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"Die wichtigsten Fragen von LupuspatientInnen und deren Angehörigen"
"Die Haut - Spiegelbild des Wolfes"
"SLE-Blick ins nächste Jahrtausend"



Die wichtigsten Fragen von Lupuspatentlnnen und ihren Angehörigen


Zusammenfassung des Abschiedsreferats von Herrn Dr. med .J. Müller-Schoop durch Irène Hubermann


Es sollten noch einmal die wichtigsten Merkmale, Symptome, diagnostischen Kriterien und Therapie angesprochen werden.


l. Der Name Lupus (lat. = Wolf) bezieht sich auf Gesichtserscheinungen, hervorgerufen u.a. durch eine auffällige Gesichtsröte (Erythema, ''Schmetterlingserythem''), welches den Eindruck eines Wolfsgesichts vermittelt.


ll. Anhand des Nachweises von 4 oder mehr Kriterien der ARA (American Rheumatism Association) 1982 von insgesamt 11 Kriterien. Es kann ein Lupus bereits vorhanden sein bei nur 3 manifesten Kriterien, wobei ein Merkmal oder mehrere erst im Laufe der Jahre sich einstellen oder wechselnd auftreten können.

  1. Schmetterlingsröte (Schmetterlingserythem)
  2. Discoide Lupuserscheinungen (chronic discoid lupus erythematodes ohne systemische Beteiligung), Erscheinungsbild: Münzgrosse, scharf begrenzte Herde mit zentral gelegenen Hyperkeratosen
  3. Photosensitivität (Lichtempfindlichkeit)
  4. Schleimhautulcera
  5. nicht deformierende Polyarthritis mit oft Befall von 2 Handgelenken und mehr;
    die chronische Polyarthritis kann ähnliche Übergangserscheinungen produzieren,
    Arthralgien und Gelenkergüsse
  6. Seritis = Fellentzündungen: Herz-, Lungenfellentzündung
  7. Nierenbeteiligung (Nephritis) mit Eiweissausscheidung, Zylinderkörper im Urin, die Abgüsse der Nierentubuli sind
  8. ZNS-Beteiligung (Zentralnervensystem)
    – Epilept. Anfälle möglich
    – schubförmiger Verlauf mit subfebrilen und Fieberschüben etc.
  9. Bluterscheinungen (hämatologische Befunde):
    – Anämie (rote Blutkörperchen erniedrigt)
    – Leukopenie (weisse Blutkörperchen erniedrigt)
    – Thrombopenie (Blutplättchen erniedrigt)
    Es können diese Merkmale einzeln oder zusammen auftreten. Blutplättchen: Norm = olifer 150.000-350.000. Unter 30.000 Blutplättchen: Entstehung von blauen Flecken, spontane Blutungsneigung
  10. Immunologische Befunde (Abwehrsystem involviert):
    Antikörper gegen DNS, positiver LE-Test, falsche positive Syphilis-Serologie durch Phospholipidantikörper)
  11. Antinukleäre Antikörper

III. Medikamente: Leider gibt es nicht viel Neues zu berichten


NARS:
                    Nichtsteroidale Antirheumatika
Corticosteroide: Cortison, Prednison u.a.
                    Bringt alle Symptome zum Verschwinden oder mindestens Linderung
                    Nebenwirkungen: Wenn mit Unterbrüchen gegeben, wenig.
                    - Osteoporose: Ab Behandlungsbeginn Vitamin D und CA++ zur Vermeidung einer sochen
                    - Einfluss auf Zuckerstoffwechsel: Diabetes (Zuckerkrankheit) kann ausgelöst oder verschlechtert werden
                    - Adipositas (Übergewicht)
                    - Aufgedunsenheit
Immunsuppressiva:
                    Verhinderung/Hemmung der Proliferation von Zellen, welche für die Immunreaktion (Abwehr) verantwortlich sind.
                    Meist kombiniert mit Cortison
Immurek
Endoxan:
         
                    Bei Nieren- und ZNS-Befall
Methotrexat:
                    Gegenüber Endoxan eher kein Vorteil laut Publikum
Neue Medikamente mit neuem Angriffsort:
                    (Immunmodelator?) Noch keine Informationen


Immunsuppressiva sind wichtige, hochwirksame Medikamente, Tumorbildungen wurden kaum je als Nebenwirkung beobachtet.


IV. Publikumsfragen:


Kann man mit LE eine Schwangerschaft wagen?
                    Grundsätzlich: JA ausser bei schwerstem Befall
                    Während der Schwangerschaft meist BESSERUNG
                    Im Kindbett ist ein Schub möglich


Mitteilung aus dem Publikum:
                    Eine Patientin hat nach der Geburt Stillstand der Krankheit erlebt.


Soll man in der Abänderung Oestrogene nehmen?
                    Allgemein sprechen Studien eher dafür. Der Lupus bleibt nach Abänderung bestehen,
                    Oestrogene scheinen eher von Vorteil zu sein.
                    Die Entscheidung kann, wie wenn der Lupus nicht vorhanden wäre, gefällt werden.

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