Arztvorträge |
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Vortrag von PD Dr. med. Th. Stoll, Chefarzt Rheumaklinik Schinznach SLE und Bewegungsapparat Der SLE ist eine komplexe Erkrankung mit sehr vielen verschiedenen Gesichtern. Eines dieser Gesichter zeigt sich im Bewegungsapparat. Von PD Dr. med. Th. Stoll hörten wir ein eindrückliches Referat kommentiert mit vielen statistischen Zahlen. SLE kann man an verschiedenen Symptomen erkennen. Laut der neuesten Statistik finden wir Patienten mit SLE zu 97% positive ANA. Über 80% der SLE-Patienten zeigen im Verlauf eine Arthritis (Entzündung eines Gelenks mit Schmerzen) oder Arthralgie (Gelenkschmerz) oder Myalgie (Muskelschmerz). Bei über 70% der Patienten befällt der SLE im Verlauf auch die Haut. SLE und Arthritis Ganz wichtig ist es mit einer frühzeitigen Basistherapie anzufangen, um das Fortschreiten des Gelenksbefalles möglichst aufzuhalten. Die entsprechenden Medikamente haben ihre Wirkung erst nach ca. 3-6 Monaten. Eine mögliche Basistherapie sind die Euch sicher bekannten Antimalarika (Plaquenil). Sie wirken auch als Rückfallprophylaxe. Plaquenil senkt auch den Cholesterin-spiegel, wegen möglicher Nebenwirkungen sind alle 3 Monate Blutkontrollen und jährliche Augenuntersuchungen beim Arzt nötig. Von Herrn PD Dr.Stoll erfahren wir, dass im kommenden Jahr neue Antirheumatika (Medikamente zur Schmerzbekämpfung und Entzündungs-hemmung) auf den Markt kommen sollen, die eine bessere Magen- und Thrombozytenverträglichkeit aufweisen. SLE und Sehnenruptur Mit dem Ultraschall kann eine Sehnenruptur gut sichtbar gemacht werden. Muskeln und Sehnen bilden eine Einheit. Muskelveränderungen zeigen sich im Blutbild und auch im EMG = Elektromyogramm durch ein pathologisches elektrisches Muskelaktivitätsmuster. Ist die Muskulatur entzündet oder zerstört, so liegt eine Myositis vor. Auch hier kann mit Medikamenten z.B. mit Kortison therapiert und so die Zerstörung der Muskulatur verhindert werden. Ganz wichtig ist hier jedoch, dass der Patient trotz Myositis dosierte körperliche Aktivität betreibt. SLE und aseptische Knochennekrosen Auch hier kann mit Schmerzmitteln und Entlastung mit Krücken geholfen werden. Allenfalls muss ein operatives Prozedere durchgeführt werden Ein möglichst frühes Erkennen der Osteoporose ist wichtig. Mit der Densitometrie, einer Röntgenmethode, kann die Knochendichte (T-Wert) abgelesen werden. Mit Abnahme der Knochendichte wird das Risiko des Brechens eines Knochens grösser. Zur Vorbeugung sollte der Patient sich calciumreich (1200mg/d) ernähren. Dies kann schon mit diversen Milchprodukten erreicht werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Einnahme von einem Bisphosphonat (Fosamax oder Actonel). Dabei ist die richtige Einnahmensweise sehr wichtig, um Beschwerden zu vermeiden. Mittlerweilen gibt es heute eine Wochentablette, damit reduziert sich das Einnahmeprozedere. Diese Medikamente reduzieren das Frakturrisiko um etwa 50%.
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