Rundbrief - Arztvorträge |
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Blutveränderungen bei Lupus Erythematodes Zusammenfassung Referat Dr. med. et phil. W. Wuillemin, Luzern 26.11.2005
Die Hämatologie allgemein befasst sich mit Blutkrankheiten. Zwei Schwerpunkte zeigen sich, nämlich diejenige der Labortätigkeit und jene der klinischen Betreuung. Während im Labor Blutuntersuchungen vorgenommen werden, erfolgt bei der klinischen Betreuung die Behandlung der Patienten mit Blutkrankheiten. Mittels gezielter Labordiagnostiken können weiter Krankheiten aufgeklärt und entsprechende Behandlungen überwacht werden. Allgemein zeigt sich, dass Hämatologie ein Fachgebiet ist, das sehr viele Berührungspunkte mit anderen Gebieten der Medizin aufweist.
Lupus Erythematodes gilt bekannterweise als eine Autoimmunerkrankung - noch dazu eine ohne "klassische" Symptome -, die sich bei nahezu jedem Patienten in anderen Symptomen ausdrückt. Lupus zählt zu den Kollagenosen und die Ursache der Erkrankung ist auch hier genauso unbekannt wie bei den meisten Autoimmunerkrankungen. Das Immunsystem produziert Antikörper, die sich, statt sich um Krankheitserreger, Tumorzellen, Viren, Bakterien oder Pilze zu kümmern, gegen Bestandteile des Körpers richten. Im Falle von Lupus sind es hauptsächlich Autoantikörper, die sich gegen Bestandteile des Zellkerns richten, mitunter kommen aber auch Autoantikörper gegen Blut- oder Nervenzellen hinzu.
Die Autoantikörper verbinden sich mit den körpereigenen Strukturen, die sie fälschlicherweise als Eindringlinge erkennen. Die Immunkomplexe lagern sich an den Wänden von Blutgefässen ab und verursachen dort im Zusammenhang mit Proteinen Entzündungen. Durch die Durchblutung des Körpers können die Immunkomplexe nun in jeden Teil des Körpers gelangen und Beschwerden verursachen.
Mittels Laborwerte können Angaben zum physischen Gesundheitsstand einer Person gemacht werden. So können Werte von Leukozyten, Hämoglobin, Erythrozyten, Thrombozyten etc. relativ verbindliche Angaben zu einer Krankheit machen. Gleiches gilt für ANA (Antinukleäre Autoantikörper) oder ds-DNS-AK (Doppelstrang-DNS-Antikörper). ANA lassen sich bei vielen Autoimmunkrankheiten finden; bei aktivem Lupus findet man beispielsweise in 99 % der Fälle ANA. Die Höhe des Wertes gibt dabei eine Aussage über die Menge der im Blut befindlichen Antikörper. Antikörper gegen Desoxyribonukleinsäure (Bestandteil des Zellkerns), eine Untergruppe der ANA, ist dabei bei ca. 75 % der Lupus-Patienten nachweisbar. R.Krismer
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