Lupus und Wundheilung
Referat vom 20. Juni 2009 von PD. Dr. med. O. Distler / Leitender Arzt / Rheumaklinik / UniversitätsSpital Zürich Zusammenfassung: Marianne Aries
FORMEN VON ULZERATIONEN UND WUNDEN BEI LUPUS
(Ulzerationen = Geschwüre)
Schleimhaut-Ulzera
Geschwüre der Schleimhaut finden sich oft im weichen und harten Gaumen oder in der Wangenschleimhaut. Selten sind die Nase und der obere Atemwegstrakt befallen (andere Entstehung). Schleimhaut-Ulzera ist häufig bei SLE und kann sich auch als Erstmanifestation äussern. Sie kann aber viele andere Ursachen haben und ist kein Aktivitätszeichen für LE. Sie kann mässig schmerzhaft sein.
Die Therapie kann lokal erfolgen, indem topische Steroide über einige Tage verabreicht werden (Cortison wird auf die betroffenen Schleimhautstellen aufgetragen). Die systemische Therapie erfolgt mittels Hydroxychloroquin = Plaquenil (zieht sich über Wochen/Monate). Hydroxychloroquin wirkt nicht so schnell wie die topischen Steroide, meistens vergehen einige Wochen bis sie wirksam werden.
Livedo racemosa (reticularis)
Sichtbar z.B. an den Unterschenkeln als netzförmige, rotblaue Verfärbung. Vor allem bei Kälte sind diese Verfärbungen gut sichtbar. Bei diesen Patienten / Patientinnen lassen sich Anti-Phospholipid-Antikörper und eine Gerinnungsneigung nachweisen. Es handelt sich um einen Gefässkrampf der kleinen Hautarterien.
Livedo Vaskulopathie (Livedo Gefässerkrankung)
Die Livedo Vaskulopathie findet man v.a. am Unterschenkel und an den Füssen. Es zeigen sich Knöchelödeme (-schwellungen) und/oder tiefe Hautknötchen, die entzündet, rot-purpur und schmerzhaft sind. Es gibt auch kleine Ulzerationen (Geschwüre), die ca. 1-5 mm gross sind und schlecht heilen.
Die Gefässwand ist bei dieser Erkankung verdickt und der Gefässhohlraum verengt. Es bilden sich kleine Blutgerinnsel. Es ist keine Gefässentzündung vorhanden.
Therapie: Blutverdünnung (Aspirin, Marcoumar) Hydroxychloroquin = Plaquenil
Vaskulitits (Gefässentzündung)
Man unterscheidet die Urtikaria-Vaskulitis (Venen, ohne Ulzera) und die Ulkus-Vaskulitis (kleine Arterien). Betroffen sind v.a. Fingerspitzen, Zehen, Nagelfalz, Vorderarm, Schienbein.
Die Vaskulitis kann parallel zur Lupus-Aktivität auftreten. Es handelt sich um eine Gefässentzündung, welche die Zerstörung der Gefässwand zur Folge hat. Es entstehen Blutgerinnsel. Als Therapie kommen Immunsuppressiva zum Zuge.
INTERDISZIPLINÄRE WUNDBEHANDLUNG AM USZ
Schematisch kann man sich eine normale Wundheilung wie folgt vorstellen:

Wenn alle Gefässe entzündet sind, kann eine Wunde nicht zuheilen. Somit muss zuerst die Entzündung behoben werden.
Das UniversitätsSpital Zürich hat ein eigenes Wundbehandlungskonzept, welches uns ZuhörerInnen in einem Videofilm vorgestellt wird. Es handelt sich um ein interdisziplinäres Konzept, d.h. verschiedene medizinische Fachrichtungen sind beteiligt (Dermatologie, Gefässchirurgie, klinische Immunologie, Rheumatologie). Am UniversitätsSpital Zürich gibt es an der Rheumaklinik ein Kollagenose-Wundheilungsteam. Im erwähnten Wundbehandlungskonzept ist für jedes Wund-stadium schriftlich festgelegt, wie die Wundbehandlung erfolgen soll, wobei diese Wundbehandlung je nach Kriterium (nass, feucht, trocken) anders aussieht.
Zusammenfassend finden sich nachfolgend die Prinzipien der lokalen Wundbehandlung:
• Entfernung des Wundverbands • Auftragen des lokalen Betäubungsmittels • Desinfektion • Untersuchung • Debridement (Abtragung des abgestorbenen Gewebes, Schmutz…) • Auftragen Wundmedikation • Neuer Wundverband |